Einleitung:

Die Fastenzeit ist ein Anlass die eigene Lebenssituation zu reflektieren. Welche Entwicklungen machen mir Freude? Was bereitet mir Sorge? Als Leitfaden kann das anliegende Friedensgebet herangezogen werden.

Das Gebet stellt der Geisteshaltung der Egozentrik das Motiv der christlichen Nächstenliebe entgegen. Der Volksmund kennt den Spruch: „Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht.“ Dieses Prinzip scheint derzeit auch in der Weltpolitik en vogue zu sein. Jesus Christus lebt uns im Evangelium einen anderen Grundsatz vor – Richtschnur seines Handelns ist die Nächstenliebe. Jesus schaut nicht zuerst auf sich selbst, sondern auf den anderen. Besonders deutlich wird uns dies am Gründonnerstag vor Augen geführt – Jesus lässt sich nicht die Füße waschen, er wäscht seinen Jüngern die Füße.

Diesem Ideal hat sich der hl. Franziskus von Assisi verpflichtet. Er predigte und versorgte die Armen und die Menschen am Rande der Gesellschaft. Doch bevor er dieses Wirken begann, stand für ihn eine Zeit der Umkehr an. Nachdem er über sein bisheriges Leben als Sohn eines reichen Tuchhändlers nachgedacht hatte, spürte er eine große Leere in sich und wandte sich immer wieder an Gott. Franziskus ließ Gott in sein Leben hinein. In der Begegnung mit einem Aussätzigen in der Ebene von Assisi wurde Gott für den hl. Franziskus schließlich erlebbar.

Diese Lebenserfahrung eines Heiligen können wir in der heutigen Zeit heranziehen. Die Fastenzeit ist eine Zeit von Umkehr und Buße. Nutzen wir diese Zeit, um Gott und der Nächstenliebe mehr Platz in unserem Leben zu geben.


Friedensgebet:

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;
dass ich verzeihe, wo man beleidigt;
dass ich verbinde, wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;
dass ich den Glauben bringe, wo Zweifel droht;
dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;
dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,
nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;
wer sich selbst vergisst, der findet;
wer verzeiht, dem wird verziehen;
und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.

Amen


Über den Impulsgeber

Das Gebet wird dem hl. Franziskus von Assisi zugeschrieben.