Pfingsten 2026

Pfingsten – das Fest der Kommunikation


Kommunikation, Verständigung und Verbindung ist für unser Überleben notwendig. Wo Kommunikation misslingt oder fehlt, da drohen Sprachlosigkeit und Gewalt. Wo Kommunikation misslingt, macht sich Unzufriedenheit breit.
Jedes Jahr an Pfingsten erinnere ich mich an meinen ersten Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Einen Weg, den ich vor 28 Jahren als weltoffen, völkerverbindend und menschenfreundlich erlebt habe. Hier durfte ich im Dialog sein. Im Zusammenspiel mit meinen beiden Begleiterinnen, den vielen Begegnungen in den Unterkünften, bei den Pausen und im Gehen in und mit der Natur. Was konnten wir so vieles an gemeinsamen Lebenserfahrungen austauschen!
An Pfingsten, so erzählt es die Apostelgeschichte, waren die verängstigten Jünger Jesu beieinander. „Was sollen, was können wir schon tun?“, werden sie sich gefragt haben. Jesus war nicht mehr da, Verhaftungen drohten. Da erlebten sie das überwältigende Geschenk des Heiligen Geistes, konnten sie verstehen und sich verständlich machen, waren auf einmal überzeugend und mitreißend, fanden Gehör und große Zustimmung. Sie erlebten das Glück gelingender Kommunikation, Verständigung und Verbindung.
Wie sehr brauchen wir dieses Geschenk gelingender Kommunikation, zum Beispiel zwischen den Jungen und den Alten, den Starken und den Schwachen, innerhalb der Familien, zwischen Einheimischen und Zugewanderten.
Wieviel mehr könnte gelingen, wenn wir es schaffen würden, uns über unsere guten Absichten und Überzeugungen miteinander zu verständigen und nicht übereinander zu schimpfen und klagen oder aneinander vorbeizureden.
Eine gelingende Kommunikation fängt immer mit der eigenen Offenheit an, dem Hören und Zuhören und der Bereitschaft, den anderen verstehen zu wollen. Und das schenkt Pfingsten. Für mich gehören Pfingsten und Pilgern zusammen, wie Menschen und Kommunikation, wie Pausen auf dem Weg.

Frohe Pfingsten -Ultreia-Bon camino
Markus Schmidt, Pfr.