Zuspruch Ostern 2026

Grab. Kirche im Bregenzer Wald

„Ein Krieger des Lichtes glaubt. Weil er an Wunder glaubt, geschehen auch Wunder. Weil er sich sicher ist, dass seine Gedanken sein Leben verändern können, verändert sich sein Leben. Weil er sich sicher ist, dass er der Liebe begegnen wird, begegnet er der Liebe auch.“ So Paulo Coelho in seinem „Handbuch des Kriegers des Lichts“. Aber Glaube an Auferstehung? Tot ist tot. Oder doch?
Sag mir, woran glaubst du?

Der Glaube an die Auferstehung bildet den Kern der christlichen Botschaft. Der Tod ist nicht das letzte Wort. Wir verstehen dies meistens so, dass es nach dem Tod ein Jenseits gibt, in das wir dann hineingehen. Die ersten Jüngerinnen und Jünger Jesu haben es anders verstanden und erlebt: „Ich habe den Herrn gesehen.“ Der gestorbene Jesus ist mitten unter ihnen. „Brannte nicht unser Herz, wie er unterwegs mit uns redete?“ So die Emmaus-Jünger.

Auferstehung spüren – mitten im Leben. Leben erfahren – nach Tod, Trauer und Verzweiflung. Solche Auferstehung ist jedenfalls etwas anderes als die Sehnsucht nach Unsterblichkeit: Etwas Ewiges, mich Überdauerndes schaffen. Unbesiegbar sein. Für immer in der Bestenliste. Auf ewig im Pantheon der Götter und Helden. Der männliche Gotteskomplex: unsterblich, unbesiegbar, immerwährend …

Ostern leben. Wie verändert der Glaube an die Auferstehung unser Leben? Wo brennt unser Herz? Leben wir anders? Denn das wäre der entscheidende Unterschied: dass der Glaube an die Auferstehung uns anders leben lässt. Entschiedener. Hoffnungsvoller. Freudiger. Weniger zynisch. Weniger gefühlskalt. Weniger „materialistisch“.

Pilger erleben und erfahren dies immer wieder. Nicht nur zu Ostern! Auferstehung spüren. Manchmal braucht es dazu die vorhergehende Erfahrung von Niederlagen und Sackgassen. Vielleicht eine besondere Erfahrung des geschenkten Lebens. Wie bei Hape Kerkeling, der in einer Lebenskrise auf den Jakobsweg geht. „Der Schöpfer wirft uns in die Luft, um uns am Ende überraschenderweise wieder aufzufangen. Es ist wie in dem ausgelassenen Spiel, das Eltern mit ihren Kindern spielen. Und die Botschaft lautet: Hab Vertrauen in den, der dich wirft, denn er liebt dich und wird vollkommen unerwartet auch der Fänger sein.“ (Hape Kerkeling, Ich bin dann mal weg, S. 345)

Auferstehung leben können. Ich wünsche es Dir/Ihnen!

Hans Prömper
Schatzmeister der Hessischen St. Jakobusgesellschaft