Als Pilger unterwegs

Gleich zu Beginn des neuen Jahres 2026 möchte ich mit euch und Ihnen einen hoffnungsvollen Blick in die Zukunft werfen. Alle Jahre wieder liegen viele Möglichkeiten vor uns.

Doch zuerst möchte ich noch einen Streifzug durch die Weihnachtsoktav – die Tage zwischen den Jahren – unternehmen. Für mich ist diese Zeit sehr wertvoll, insbesondere im Hinblick auf den Rückblick auf das Vergangene und den Ausblick auf das Zukünftige. Das Hier und Jetzt verschafft mir dabei Orientierung. Egal, wie wir es drehen und wenden: Wir leben in der Gegenwart. Vergangenes können wir nicht mehr ändern, wohl aber für die Zukunft neu ausrichten. So ist die Gegenwart immer auch eine Zeit der Neuorientierung. Sie ergibt sich aus den Fragen: „Wo komme ich her? Wo stehe ich? Wo will ich hin?“ – und wird damit zu einer Ortsbestimmung.

In der Adventszeit hat mich Psalm 32, besonders Vers 8 (Vesper der 1. Woche), sehr berührt:
„Ich unterweise dich und zeige dir den Weg, den du gehen sollst. Ich will dir raten, über dir wacht mein Auge.“
In der Vorbereitung auf die Christmette hat mich zudem der Titusbrief angesprochen, in dem es heißt:
„Denn die Gnade Gottes ist erschienen, um alle Menschen zu retten. Sie erzieht uns dazu, uns von der Gottlosigkeit und den irdischen Begierden loszusagen und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt zu leben, während wir auf die selige Erfüllung unserer Hoffnung warten: auf das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Retters Christus Jesus. Er hat sich für uns hingegeben, um uns von aller Ungerechtigkeit zu erlösen und für sich ein auserlesenes Volk zu schaffen, das voll Eifer danach strebt, das Gute zu tun.“ (Tit 2,11–14)

Was mich an beiden Texten besonders anspricht, ist der darin enthaltene pädagogische Gedanke: Gott unterweist mich; die Gnade Gottes erzieht mich zu einem besseren Menschen. Und das nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern als Geschenk, als Angebot der Rettung. Wenn ich mich daran orientiere, brauche ich keine zusätzlichen Vorsätze für das neue Jahr – der Weg führt in jedem Fall in eine hoffnungsvolle Zukunft.

Deshalb möchte ich zum Ausklang des Heiligen Jahres am 6. Januar 2026, das unter dem Motto „Pilger der Hoffnung“ stand, dazu ermutigen, unseren Pilgerweg voller Hoffnung fortzusetzen und einander davon zu erzählen, was uns bewegt, um weiterhin voll Eifer danach zu streben, das Gute zu tun.

Ein friedvolles Jahr 2026

Markus Schmidt, Pfarrer